Das Internet

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Das Internet

 

Das Internet hat jegliche künstlerische Produktion der vergangenen 50 Jahre sowohl verschlungen als auch überholt.

 

Radikaler als Duchamp, hat es durch das reframing alle digitalen Artefakte in Readymades verwandelt.

 

Radikaler als Warhol, ist das Web eine Wiederholungsmaschine von unübertroffenen Potenzial.

 

Radikaler als Beuys, haben seine demokratischen Mitbestimmungsmöglichkeiten die Idee, jeder sei ein Künstler, umgesetzt.

 

Seine alles konsumierende, selbstreflexive Natur macht es zur definitiven Institutionskritik. Das Internet hat uns klar gemacht, dass der Inhalt heute zweitrangig gegenüber dem Apparat ist – im Sinne McLuhans und Flussers, die in der Weise, wie sich Dinge verbreiten, auch ihre Bedeutung erkannten.

 

Das Internet tötet die Kunst, wie wir sie kennen – und das ist gut so.

 

Text © Kenneth Goldsmith

 

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Antwort von Caeser Zeppelin:
weiters tötet es unsere gagen, die fähigkeit real zu kommunizieren, erzeugt eine scheinwelt ohne die viele gar nicht mehr existieren können und lässt jedes talent im unendlichen sumpf der semiproffesionellen alleskönner erbärmlich versagen. was zählt ist nicht mal mehr eine idee, im prinzip reicht ein haufen scheiße! "leben" zu lernen ist gar nicht mehr so einfach und auch wenn man versucht zu leben wird einem schnell klar, dass in der illosionistischen schnelligkeit des netztes vieles einfach nicht mehr möglich ist. stirbt die kunst , stirbt die gesellschaft und all ihr sozialen facetten. wenn jeder kunst macht löst sie sich in sich aus! kunst kann nur in der kreativität des einzelnen existieren und wird somit ad absurdum geführt. das internet über di kunst zu stellen, ja sie gar in diesem kontext zu kritisieren ist völliger schwachsinn!

mick@gmx.at
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